012_053

Laryngoskopie

Indikationen / Symptome

  • Bolus-Suche und -Entfernung bei (sub-) totaler Atemwegsverlegung / Bolusgeschehen

  • Kreislaufstillstand unklarer Ursache

Kontraindikationen

  • Gegenwehr aufgrund von Schutzreflexen (Gefahr Erbrechen / Laryngospasmus)

Alternativen

  • manuelle Entfernung sichtbarer Fremdkörper

  • Entfernung mit Magillzange ohne Laryngoskop

  • Fremdkörper durch Absaugung mit großlumigem Katheter entfernbar (z. B. Yankauer)

  • Fremdkörper bei ausreichender Spontanatmung belassen, wenn nicht zu bergen

  • Thoraxdruck erhöhen: z. B. Valsalva, Rückenschläge, Heimlich-Manöver

Aufklärung / Risiken

  • Aufklärungsumfang nach Dringlichkeit der Maßnahme

  • Risiken (Bsp.): Verletzung Mund-Rachenraum, Zahnschäden, Aspiration, Glottiskrampf, Laryngospasmus, Vagusreiz mit Bradykardie

Einwilligung

  • gemäß dem geäußerten oder mutmaßlichen Pat.-Willen

  • kein schriftliches Einverständnis erforderlich

  • Dokumentation im Einsatzprotokoll notwendig

Durchführung

  • Macintosh-Spatel oder Macintosh-ähnlichen Spatel verwenden, bevorzugt Videolaryngoskopie

  • Beatmungsmöglichkeit (Beutel, Sauerstoffanschluss) und Absaugung bereithalten

  • korrekte Lagerung (cave: HWS-Verletzung)

  • Mund öffnen, Rachenraum inspizieren, sichtbare Fremdkörper entfernen

  • Laryngoskop vom rechten Mundwinkel einführen, Zahnkontakt vermeiden

  • Vorschieben Laryngoskop, Verlagern der Zunge nach links, Vorschub unter Sicht

  • sobald Kehldeckel sichtbar, Zug in Achse des Laryngoskopgriffs, dadurch Anheben des Zungengrundes

  • Inspektion des Hypopharynx und Larynx auf Fremdkörper

  • Fremdkörper (FK) mit Magillzange fassen und entfernen, nochmalige Sichtkontrolle

  • bei CPR: falls kein FK (mehr) und Stimmritze eindeutig erkennbar, endotracheale Intubation (ein Versuch)

  • Zurückziehen und Entfernen des Laryngoskops

  • ggf. Endotrachealtubus blocken (30 mbar), beatmen

  • niemals blindes Vorschieben / Manipulieren mit Laryngoskop / Magillzange

  • Atemwegssicherung nach Zustand und Bewusstseinslage

Erfolgsprüfung

  • entfernter Fremdkörper, verbesserte Oxygenierung

  • verbesserte Atemmechanik

  • Ggf. endtidaler CO2-Nachweis

  • Rückbildung eventueller Atemnebengeräusche (z. B. Stridor)

Gegenmaßnahmen

  • Prüfung der korrekten Lagerung zur Laryngoskopie (verbesserte Jackson-, Schnüffelposition)

  • Absaugen von Sekreten / Blut (z. B. bei Schleimhautverletzungen)

Verlaufskontrolle

  • Überwachung der Atemtätigkeit, Prüfung auf Atemnebengeräusche

  • klinisches und apparatives Monitoring, insbesondere SpO2, ggf. etCO2