012_053

Beckenschlinge

Indikationen / Symptome

  • initiale Stabilisierung bei V.a. komplexe Beckenverletzungen (z. B. Beckenfraktur)

Kontraindikationen

  • technische Unmöglichkeit der Anlage

  • absolute Intoleranz durch den Pat. trotz adäquater Schmerztherapie

Alternativen

  • andere Stabilisierungsmöglichkeiten

  • schneller Transport als ultima ratio

Aufklärung / Risiken

  • Schmerzen

  • Gefäß- / Nervenverletzungen

  • Weichteilschäden

  • Risiko des weiteren unkontrollierten Blutverlustes bei Unterlassen

Einwilligung

  • gemäß dem geäußerten oder mutmaßlichen Pat.-Willen

  • kein schriftliches Einverständnis erforderlich

  • Dokumentation im Einsatzprotokoll notwendig

Durchführung

  • Anlage durch 2 oder 3 Helfer gemäß jeweiliger Bedienungsanleitung

  • Fixierung der Beine (Knie), möglichst etwas innenrotiert

  • Kompression / Stabilisierung in Höhe des Trochanter major beidseits

  • Kompression des Beckens durch definierten Zug oder pneumatischen Druck (systemabhängig)

  • Dokumentation der Anlagezeit

  • bedarfsgerechte Analgesie

IMMER:

  • Prüfung und Dokumentation der neurologischen und der Gefäßsituation vor und nach der Anlage

  • regelmäßige Überprüfung im Verlauf

  • keine Öffnung der Beckenschlinge im Rettungsdienst

Erfolgsprüfung

  • sichere und feste Anlage der Beckenschlinge

  • akzeptable Schmerzsituation

Gegenmaßnahmen

  • bedarfsgerechte Analgesie bei starken Schmerzen

  • kurzfristiges Öffnen bei Anlage über mehrere Stunden (in präklinischer Notfallrettung nicht zu erwarten)

Verlaufskontrolle

  • regelmäßige Reevaluation des Pat.-Zustandes

  • Schmerzkontrolle

  • komplettes Monitoring der kardiorespiratorischen Situation

  • regelmäßige Prüfung der korrekten Lage und Kompressionswirkung

Anmerkungen

  • Herstellerangaben beachten

  • Beckenschlinge wird auch als Trochanterschlinge bezeichnet