Indikationen / Symptome
initiale Stabilisierung bei V.a. komplexe Beckenverletzungen (z. B. Beckenfraktur)
Kontraindikationen
technische Unmöglichkeit der Anlage
absolute Intoleranz durch den Pat. trotz adäquater Schmerztherapie
Alternativen
andere Stabilisierungsmöglichkeiten
schneller Transport als ultima ratio
Aufklärung / Risiken
Schmerzen
Gefäß- / Nervenverletzungen
Weichteilschäden
Risiko des weiteren unkontrollierten Blutverlustes bei Unterlassen
Einwilligung
gemäß dem geäußerten oder mutmaßlichen Pat.-Willen
kein schriftliches Einverständnis erforderlich
Dokumentation im Einsatzprotokoll notwendig
Durchführung
Anlage durch 2 oder 3 Helfer gemäß jeweiliger Bedienungsanleitung
Fixierung der Beine (Knie), möglichst etwas innenrotiert
Kompression / Stabilisierung in Höhe des Trochanter major beidseits
Kompression des Beckens durch definierten Zug oder pneumatischen Druck (systemabhängig)
Dokumentation der Anlagezeit
bedarfsgerechte Analgesie
IMMER:
Prüfung und Dokumentation der neurologischen und der Gefäßsituation vor und nach der Anlage
regelmäßige Überprüfung im Verlauf
keine Öffnung der Beckenschlinge im Rettungsdienst
Erfolgsprüfung
sichere und feste Anlage der Beckenschlinge
akzeptable Schmerzsituation
Gegenmaßnahmen
bedarfsgerechte Analgesie bei starken Schmerzen
kurzfristiges Öffnen bei Anlage über mehrere Stunden (in präklinischer Notfallrettung nicht zu erwarten)
Verlaufskontrolle
regelmäßige Reevaluation des Pat.-Zustandes
Schmerzkontrolle
komplettes Monitoring der kardiorespiratorischen Situation
regelmäßige Prüfung der korrekten Lage und Kompressionswirkung
Anmerkungen
Herstellerangaben beachten
Beckenschlinge wird auch als Trochanterschlinge bezeichnet