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Achsengerechte Immobilisation

Indikationen / Symptome

  • dislozierte Fraktur mit Gefahr weiterer Folgeschäden durch Fehlstellung / Durchblutungsstörung / Gewebespannung

Kontraindikationen

  • absolute Intoleranz durch den Pat.

Alternativen

  • bei fehlender Durchführbarkeit NA abwarten

  • ausreichende Analgosedierung; ggf. Extension durch Zug in Kurznarkose / Relaxierung (prä-)klinisch notwendig

Aufklärung / Risiken

  • Schmerzen, Gefäß- / Nervenverletzungen,

  • Weichteilschäden, Funktionseinschränkung, Wundheilungs- / Durchblutungsstörung

  • Arthrosen / Pseudarthrosen

Einwilligung

  • gemäß des geäußerten oder mutmaßlichen Pat.-Willens

  • schriftliches Einverständnis nicht erforderlich

  • Dokumentation im Einsatzprotokoll notwendig

Durchführung

Durchführung:

  • Extension durch Zug am körperfernen Frakturanteil

  • Wiederherstellen eines achsengerechten Standes der Frakturanteile

  • gegensinniger Bewegungsablauf zum Traumamechanismus:

    • peripherer (distaler) Abschnitt wird gezogen

    • zentraler (proximaler) Abschnitt des Frakturbereiches wird fixiert

  • ggf. Fixieren / Gegenhalten körperstammnah durch 2. Person erforderlich

  • Verfahren möglichst in zügiger, nicht unterbrochener Bewegung ausführen

  • konsequente Immobilisation ggf. unter Aufrechterhaltung einer Extension

  • Prüfung / Dokumentation neurologische / motorische und Gefäßsituation vor und nach der Anlage

  • regelmäßige Überprüfung im Verlauf (DMS-Überprüfung)

Besonderheiten:

  • Schulter: Zurückhaltung, Vorliegen einer Fraktur möglich

  • Radius: bei sichtbarer Fehlstellung Extension durch Zug

  • Hüfte: Extension durch Zug und Lagerung in Vakuummatratze mit Beugung in Hüfte und Knie

  • Patella: zunächst Streckung des Kniegelenkes; Versuch der Patella-Repositionierung bei weiter bestehender Luxation

  • Sprunggelenk: bei sichtbarer Fehlstellung unbedingt Extension durch Zug

Erfolgsprüfung

  • achsengerechter Stand der Frakturanteile

  • Verbesserung von Durchblutung / Motorik / Sensibilität

  • akzeptable Schmerzsituation

  • Verminderung der Weichteilspannung im Frakturbereich

Gegenmaßnahmen

  • bedarfsgerechte Analgesie bei zu starken Schmerzen

Verlaufskontrolle

  • regelmäßige Reevaluation des Patientenzustandes und von Durchblutung / Motorik / Sensibilität unterhalb des Frakturbereichs

  • Schmerzkontrolle

  • regelmäßige Prüfung der korrekten Immobilisation